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Der Balkon

1 Apr

In dieser Dunkelheit zu sitzen, es ist schöner als gedacht.
Erfrischende Kälte umfließt mich, Musik dringt an mein Ohr.
Rauch in meiner Nase, Rausch in meinem Kopf.
Kein Gefühl wie dieses.
Kühl ist alles um mich her, warm sind die Gedanken.
Es gibt nichts mehr zu denken, nur die reine Existenz.
Ich brauche es nur noch zu tun, wen interessiert schon morgen.
Wer will feuchten, hellgrauen Nebel im Gesicht? Niemand.
Laute Stimmen, Gesang, nichts geht darüber.
Diese dunkle Meditation gibt mir die wahre Ruhe.
Ruhe ist nur in der großen Tat.
Diese große, bedeutungslose Tat voll Konsequenzen.
Doch ich kann hier nicht ewig sitzen, ich muss zurück.
Ich öffne die Tür, lasse die Wärme sich über mich ergießen, gebe mich ihr hin.
Die Klänge werden lauter, die Empfindungen stärker.
Die Meditation beginnt.

Von der Enttäuschung

13 Feb

Damit es hier nicht so leer aussieht, stelle ich gleich mal eins meiner Gedichte rein. Vorsicht, bei mir wird nicht gereimt, wer das nicht mag, sollte also aufpassen.

Da steht er hell und weiß am Himmel
Voller Ehrfurcht anzusehen doch nicht für lange
Schwarze Wolken machen aus dem Mond nur mehr eine Silhouette
Gespenstisch mystisch bis auch sie verschwindet
Und nur die leere Schwärze der Nacht zurückbleibt
Ungleichmäßig tickt die Bahnhofsuhr in dieser späten schweren Stunde
Mechanisch dröhnen Durchsagen aus dem Lautsprecher wie aus einer anderen Welt
Und unter dem fahlen Neonlicht sitze ich sinnierend
Undank ist der Welten Lohn und ich habe wohl reichlich belohnt
Doch so ist das eben wenn Träume platzen wie eine vom Wind verwehte Seifenblase
Neben mir pfeift ein Soldat und apathisch höre ich zu
Doch kein Lied bringt mir wieder was ich nie verloren hatte
Es ist schwer sich einen Traum zu bauen
Doch schwerer ist es sein Platzen zu akzeptieren
Ein schmieriger Film aus Enttäuschung ist alles was übrig bleibt und seine Existenz beweist
Wenn er verschwindet als sei er nie da gewesen