Drauflosgebloggt (1): Stadt, Land, Langeweile

5 Mrz

So, langsam wird es ein wenig peinlich, der letzte Artikel ist eine Woche her, und in einem Startup-Blog sollte doch wohl ein wenig mehr gehen. Es liegt natürlich einerseits daran, dass ich momentan ziemlich beschäftigt bin, andererseits aber auch an schlichter Faulheit und Ideenlosigkeit und daran, dass ich sicherlich gern irgendwas über die die italienischen Wahlen oder Pferdefleisch schreiben würde, ich aber zu wenig Zeitungen lese und Nachrichten schaue und daher oft nicht genügend Hintergrundinformationen habe. Und deshalb gibt es hier ab jetzt auch endlich eine regelmäßige Rubrik! Ich werde in Wikipedia auf „Zufälliger Artikel“ klicken und was schreiben, das zumindest im weiteren Sinne mit dem Thema zu tun hat, das ich auf diese Weise bekomme. Also, wünscht mir Glück. Und das Thema lauteeeeeeeet …

Dröschkau!

Na, das fängt ja gut an.

Dröschkau liegt am linken Rand des sächsischen Elbtals zwischen Riesa und Torgau auf einer sandigen erhöhten Etage.

Nur eine kurze, langweilige Beschreibung der Lage und Geschichte. Was machen wir also daraus? Ich würde gerne einen neuen Artikel holen, aber das wäre ja gemogelt! Und sowas macht man nicht. Was also Dröschkau für einen Eindruck auf mich macht, anhand der spärlichen Informationen: gar keinen. Was könnte es auch schon interessantes geben an einem 42-Einwohner-Kaff? Und das bringt uns auch zum Thema dieses Posts: warum ich nicht in einem verschlafenen Kaff wohnen will. Schon gar nicht im Osten. (Nicht dass ich was gegen den Osten an sich hätte, aber da sind Dörfer meistens ziemlich hässlich).

Ich bin ja auf dem Land aufgewachsen, von daher weiß ich diesmal sogar wirklich, wovon ich rede. Auch wenn das Dorf, in dem ich lebte, doch noch etwa 20 mal so viele Einwohner hatte.

Ich kann ehrlich gesagt nicht wirklich verstehen, warum man auf dem Land leben wollen sollte. Klar, da gibt es frische Luft (außer wenn die Bauern wieder den Odel ausfahren) und man hat seine Ruhe und wenn man aus dem Fenster schaut, hat man möglicherweise einen schöneren Anblick. Das bedient ein paar persönliche Präferenzen, ja, aber wirkliche Vorteile sind das keine, im Gegenteil hat man eine ganze Menge Nachteile davon:

1. Es ist teurer. Man muss pendeln und sogar um Lebensmittel zu kaufen muss man zum nächsten größeren Ort fahren, braucht also ein Auto. In der Stadt reichen Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel.

2. Es ist umweltunfreundlicher, aus den selben Gründen.

3. Man erreicht nichts, wieder aus den selben Gründen. Öffentliche Verkehrsmittel sind auch schlechter als in der Stadt. Und vieles bekommt man auf dem Land überhaupt nicht.

4. Die Leute zerreißen sich das Maul über einen, wenn man nicht konservativ-angepasst ist.

5. Die Leute sind kleinlich und regen sich über jeden Mist auf.

Das sind die mir spontan eingefallenen Gründe, warum ich nicht auf dem Land leben möchte. Allgemein finde ich die Atmosphäre in der Stadt viel angenehmer, hier herrscht ein ein geistiger frischer Wind (auf dem Land gibts nur den physischen). Und ich habe fast alles in meiner Nähe, was ich brauche, und sogar das, was ich will. Hier gibt es Diskotheken, Asia-Läden, Schuh- und Klamottengeschäfte, in denen man auch was Hübsches bekommt, eine AUSWAHL an Supermärkten, Bäckern, Metzgern, etc., Sushi-Restaurants, Steakhäuser und und und …

Nennt mich meinetwegen hedonistisch und konsumgeil, aber mir ist es lieber, eine halbe Stunde fahren zu müssen, um in den Wald zu kommen, aber meine Arbeit und alles andere gleich in der Nähe zu haben, als umgekehrt.

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7 Antworten to “Drauflosgebloggt (1): Stadt, Land, Langeweile”

  1. Muriel 5. März 2013 um 21:05 #

    Zunächst grundsätzlich: Famose Idee, obwohl ich mir wegen der Woche keine Sorge machen würde. Alles kann, nichts muss, du weißt doch. Mach ich auch manchmal so, einfach eine Weile nichts veröffentlichen. Muss man sich doch nicht für schämen. Hach. Manchmal bin ich auch ganz gerne mal ekelhaft herablassend und belehrend.
    Inhaltlich: Ich bin ja auch auf dem Land aufgewachsen, in einem Dorf mit ungefähr 200 Einwohnern, und während ich deine Argumente verstehen kann, muss ich sagen, dass es mir persönlich nicht nur ziemlich egal ist, wo ich wohne, wenn ich sonst nichts zu berücksichtigen hätte, täte ich es womöglich sogar wieder irgendwo ländlich.
    1. bis 3. macht mir kaum was aus, und 4. und 5. vermisse ich schon einigermaßen, seit ich in die Stadt gezogen bin, und Atmosphären sind schon immer total an mir vorbei gegangen.
    Das mit den Läden und der Erreichbarkeit von Bahn und Flughäfen und guten Restaurants hat was für sich, aber andererseits find ichs auch nicht schlecht, dass der nächste Mensch ein paar hundert Meter weg ist, idealerweise noch mehr.
    Im Ergebnis kommen wir dann wohl doch wieder dazu, dass es mir egal ist, aber weil ich einfach gerne konträr bin, sag ich trotzdem: Nee, Land ist besser.

    • Hardcore Tristesse 5. März 2013 um 21:14 #

      Ich danke dir für deinen Kommentar. Herablassend fand ich das jetzt gar nicht, ansonsten kann ich das von meinen Lieblingsblogger auch vertragen. Hach, manchmal bin ich auch ein Schleimer. Hat also jeder seine Laster.
      Naja, umgebracht hat es mich nun auch nicht gerade, aber irgendwas musste ich ja schreiben. Es ist für mich einfach viel praktischer, in der Stadt zu wohnen. Irgendwo kann ich es ja auch nachvollziehen, warum jemand das Ländliche bevorzugt, auch wenn ich es oben etwas anders geschrieben habe. Naja, war wohl nicht mein bester Tag. Allerdings sind diese Gründe für meinen Geschmack halt etwas dünn. Gerade 1 bis 3 macht mir am meisten aus. 4 und 5 … ich glaube, ich kann von solchen Leuten gar nicht weit genug weg sein 😀
      Die Menschen sind zwar räumlich weiter weg, aber wenn sie sich eh nicht für mich interessieren und ich mich nicht für sie, dann stört es mich nicht, dass die im selben Haus wohnen.

      Im Ergebnis kommen wir dann wohl doch wieder dazu, dass es mir egal ist, aber weil ich einfach gerne konträr bin, sag ich trotzdem: Nee, Land ist besser.

      So ist er, der Muriel. Aber ist ja schließlich eine Geschmacksfrage.

      • Muriel 5. März 2013 um 21:20 #

        von meinen Lieblingsblogger

        Ach, jetzt werd ich ganz rot.

        ich glaube, ich kann von solchen Leuten gar nicht weit genug weg sein

        Eben.

        Es ist für mich einfach viel praktischer, in der Stadt zu wohnen.

        Joa, das muss ich ja auch anerkennen, das ist es ohne Frage, wenn man nicht gerade einen großen Garten haben will, oder Tiere halten, oder sowas, was mir ja in der Tat auch alles völlig fern liegt.

      • Hardcore Tristesse 5. März 2013 um 21:26 #

        Ach, jetzt werd ich ganz rot.

        Das darfst du auch, denn angesichts deiner liberalen Einstelllung will das schon was heißen.

      • Muriel 5. März 2013 um 21:39 #

        Och naja, in gewisser Hinsicht bin ich dann ja auch schon wieder so liberal, dass kommunistisch um die Ecke … nee, der Spruch funktioniert so irgendwie nicht.
        Anders: Es ist ja nicht nur so, dass ich mich mit niemand anderem so gut verstehe wie mit madove, es ist auch so, dass der Kommunismus als sein letztes Ziel das Verkümmern des Staates als überflüssiges Relikt einer vorrevolutionären Zeit, in der er noch gebraucht wurde, vorsieht.
        Und wenn man es so sieht, dann gehen unsere Vorstellungen im Ergebnis wirklich nicht nennenswert auseinander.

      • Hardcore Tristesse 5. März 2013 um 21:53 #

        Noch kennst du meine Vorstellungen ja gar nicht. Aber das sehen wir dann, wenn es so weit ist.

      • Muriel 5. März 2013 um 21:55 #

        Deine meinte ich ja auch erstmal gar nicht so direkt.
        Mehr so allgemein.

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