Archive | Februar, 2013

Das ist eine Intervention

25 Feb

Bierselige Diskussionen sind mitunter die besten. Am Wochenende hatte ich wieder so eine, und die war tatsächlich gut, denn derart meine Meinung geändert habe ich schon länger nicht. Naja, genau genommen habe ich sie nicht geändert, sondern mich jetzt auf etwas festgelegt, wobei ich mich vorher nicht entscheiden konnte und sogar eher zur anderen Seite neigte, obwohl ich es hätte wissen müssen. Auf jeden Fall werde ich jetzt einfach mal drauflosbloggen und dabei versuchen, die Ergebnisse dieser Diskussion darzustellen. Ich hoffe, dass es mir gelingt. Es ging dabei um die Frage, ob der Staat Menschen, die sterben wollen, dabei helfen soll. Und auch darum, welche Drogen erlaubt sein sollen, was meines Erachtens eine ganz ähnliche Frage ist, zumindest hat sie in etwa die selbe Antwort. Weiterlesen

Menschenversuche, ja bitte

19 Feb

Ich habe mir gestern eine Süddeutsche Zeitung gekauft. Das hatte drei Gründe: Erstens, weil ich auf der Suche nach einer Briefmarke (kann das wahr sein, dass man an jeder Tanke Facebook-Gutscheine bekommt, aber keine Briefmarken?) extra zum Bahnhof gefahren bin, weil da eine Post ist, und ich Lust hatte, noch irgendwas Sinnvolles zu kaufen. Zweitens, weil die Süddeutsche nach meiner subjektiven Erfahrung noch das beste von allen „Qualitätsmedien“ zu sein scheint, weil in allen Blogs, die ich lese (und das sind drei. Drei!) über sie am wenigsten hergezogen wird. Drittens, weil mich die sympathische Schlagzeile „EU will Tests an Menschen erleichtern“ anlachte.

Und darüber will ich kurz etwas schreiben. Weiterlesen

Schreien, Lügen und Erpressung beflügeln die Liebe

14 Feb

Für meinen ersten „richtigen“ Post habe ich mir ein leichtes Opfer ausgesucht: Beziehungstipps auf joy.de. Vermutlich wird es belächelt, wenn jemand diesen Schund auch nur eines Blickes würdigt, aber es gibt immer noch Menschen, die so etwas tatsächlich ernst nehmen und glauben, diese Ratgeber könnten ihre maroden Beziehungen irgendwie retten – dabei beinhalten diese so genannten Tipps auch so ziemlich alle Vorurteile, die es im Feld „Männer/Frauen“ gibt, und helfen dabei, ideale Grundvoraussetzungen für eine destruktive Beziehung zu schaffen. Ich weiß nicht, ob manche Leute das so wollen, oder ob sie tatsächlichen diesem Typus Frau/Mann entsprechen, der hier jeweils als der einzige dargestellt wird, aber es macht mich wütend, dass jemand so etwas als psychologische Lebenshilfe zu verkaufen sucht. Schauen wir uns also beispielhaft mal diesen Artikel an.

Allein schon die Einleitung:

Beim Streiten soll man ruhig bleiben? Sex gibt’s nur, wenn beide in Stimmung sind? Psychologen empfehlen genau das Gegenteil dieser oft gehörten Verhaltensregeln – und verraten, was sie nach aktuellsten Erkenntnissen tun können, um Ihre Liebe jeden Tag aufs Neue zu beflügeln.

Diese „oft gehörten Verhaltensregeln“ sind meiner Ansicht nach lediglich grundlegende Aspekte eines respektvollen Umgangs miteinander. Aber gut, wenn „Psychologen“ das sagen, dass es unsere Beziehung beflügelt, wenn wir uns gegenseitig anschreien und Pflichtsex haben. Schauen wir uns die 12 folgenden Punkte doch mal ein wenig genauer an. Außerdem merken wir uns bitte: Die folgenden Tipps sollen unsere Liebe jeden Tag aufs Neue beflügeln. Weiterlesen

Von der Enttäuschung

13 Feb

Damit es hier nicht so leer aussieht, stelle ich gleich mal eins meiner Gedichte rein. Vorsicht, bei mir wird nicht gereimt, wer das nicht mag, sollte also aufpassen.

Da steht er hell und weiß am Himmel
Voller Ehrfurcht anzusehen doch nicht für lange
Schwarze Wolken machen aus dem Mond nur mehr eine Silhouette
Gespenstisch mystisch bis auch sie verschwindet
Und nur die leere Schwärze der Nacht zurückbleibt
Ungleichmäßig tickt die Bahnhofsuhr in dieser späten schweren Stunde
Mechanisch dröhnen Durchsagen aus dem Lautsprecher wie aus einer anderen Welt
Und unter dem fahlen Neonlicht sitze ich sinnierend
Undank ist der Welten Lohn und ich habe wohl reichlich belohnt
Doch so ist das eben wenn Träume platzen wie eine vom Wind verwehte Seifenblase
Neben mir pfeift ein Soldat und apathisch höre ich zu
Doch kein Lied bringt mir wieder was ich nie verloren hatte
Es ist schwer sich einen Traum zu bauen
Doch schwerer ist es sein Platzen zu akzeptieren
Ein schmieriger Film aus Enttäuschung ist alles was übrig bleibt und seine Existenz beweist
Wenn er verschwindet als sei er nie da gewesen